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Befragung von Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern in der Deutschschweiz 1/2023

Wie soll man mit psychisch belasteten Lernenden umgehen?

Eine Berufsausbildung ist nicht nur ein wichtiger Schritt ins Berufsleben; sie bietet auch die Möglichkeit, psychisch bedingte Arbeitsprobleme früh zu erkennen. Solche Arbeitsprobleme nehmen bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stetig zu: Invalidisierungen aus psychischen Gründen haben sich bei den Unter-30-Jährigen in der Schweiz seit 1997 verdreifacht. Eine 2021 durchgeführte Befragung von Berufsbildenden liefert nun erstmals umfassende Daten, wie sie psychisch auffällige Lernende wahrnehmen, wie sie handeln und wie sicher sie sich dabei fühlen und wie häufig solche Probleme sind. Die Tatsache, dass rund 6‘400 Berufsbildende an der Befragung teilgenommen haben, weist auf deren Engagement und auf die Dringlichkeit der Problematik hin. Die Resultate zeigen, welche Merkmale zur Problemlösung beitragen und welche Risikofaktoren zu beachten sind. Die Studie macht auch konkrete Empfehlungen, wie Berufsbildende ihrerseits besser unterstützt werden können.

Niklas Baer

Dr. phil. Niklas Baer ist Psychologe und Leiter des Kompetenzzentrums WorkMed der Psychiatrie Baselland

Barbara Schmocker

Barbara Schmocker ist Psychologin MSc und und Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum WorkMed der Psychiatrie Baselland.

Tanja Kuhn

Tanja Kuhn ist Psychologin MSc und und Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum WorkMed der Psychiatrie Baselland.

Die Anzahl der IV-berenteten Personen unter 30 Jahren hat sich in der Schweiz in den letzten 25 Jahren von 3’834 (0.67% der Altersgruppe) auf 13’048 (2.18%) mehr als verdreifacht.

Psychische Probleme bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind ein wichtiger werdendes Thema. Das zeigt sich etwa darin, dass immer mehr Junge psychiatrisch/psychotherapeutisch behandelt werden; die Wartezeiten sind lang.

Psychische Auffälligkeiten und Störungen sind für das Bildungswesen bedeutsam, weil sie – anders als körperliche Erkrankungen – meistens sehr früh beginnen. Ein Viertel aller psychischen Störungen beginnt vor dem 8. Lebensjahr, ein weiteres Viertel vor dem 15. Lebensjahr und ein weiteres Viertel vor dem 25. Lebensjahr (Kessler et al., 2005). Das bedeutet, dass die Hälfte aller Personen mit psychischen Störungen schon vor Eintritt in die Sekundarstufe II psychische Störungen entwickelt haben.

Vergleichbar mit anderen Ländern kommt es auch in der Schweiz bei rund 20 Prozent der Lernenden zu einer Lehrvertragsauflösung (Bundesamt für Statistik, 2021). Obwohl viele Lernende anschliessend ein neues und vielleicht passenderes Lehrverhältnis finden, können psychische Arbeitsprobleme den weiteren beruflichen Verlauf prägen. So hat sich die Anzahl der IV-berenteten Personen unter 30 Jahren in der Schweiz in den letzten 25 Jahren von 3’834 (0.67% der Altersgruppe) auf 13’048 (2.18%) mehr als verdreifacht (Bundesamt für Sozialversicherungen, 2022).

Dieser Langzeittrend liegt nicht an einer epidemiologisch belegten Zunahme von psychischen Störungen bei den Jungen (Richter, 2020), sondern daran, dass wir heute anders und professioneller mit psychischen Problemen umgehen. Denn weit verbreitet waren psychische Störungen schon immer: Rund ein Viertel der Jungen erleidet pro Jahr eine psychische Störung. Die häufigere Erkennung und Behandlung ist zwar ein Fortschritt. Aber die zunehmenden professionellen Hilfen tragen offensichtlich nicht ausreichend dazu bei, dass mehr Jugendliche Erfolg in Ausbildung und im Arbeitsmarkt haben.

Merkmale der Befragung und der teilnehmenden Personen

Das vorliegende Forschungsprojekt hatte zum Ziel, eine Datengrundlage zu psychisch auffälligen respektive belasteten Lernenden und ihren Lehrverläufen zu erarbeiten. Davon sind Hinweise zu erwarten, wie belastete Lernende und Berufsbildende künftig besser unterstützt werden können. Die Daten wurden von WorkMed (Kastentext) mittels Online-Befragung zwischen März und Mai 2021 erhoben.[1] Befragt wurden alle grundsätzlich aktiven Berufsbildenden und Ausbildungsverantwortlichen in fünf Kantonen der deutschen Schweiz (BS, BL, SO, AG und BE) sowie in einzelnen Branchenverbänden (Login, Gastrosuisse).

WorkMed ist ein Kompetenzzentrum der Psychiatrie Baselland, das sich in Praxis und Forschung mit Arbeit und psychischer Gesundheit beschäftigt. WorkMed unterstützt unter anderem Berufsbildnerinnen und Lehrbetriebe sowie Berufsfachschullehrer und Berufsfachschulen in der Deutschschweiz mit Fallbesprechungen, Workshops, Kurzberatungen und Coachings. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Workmed; Kontakt: Tel. +41 61 685 15 15, kontakt@workmed.ch

 

Insgesamt haben 9‘057 Personen den Umfragelink angeklickt. Davon haben 6‘365 Personen die Umfrage zumindest teilweise beantwortet. 2‘909 Personen haben die Umfrage komplett beantwortet.

Die Befragten wurden gebeten,

  1. sich zufällig an eine Lernende oder einen Lernenden zu erinnern, die keine Probleme hatten oder machten,
  2. die psychische Auffälligkeiten zeigten, die gelöst respektive
  3. nicht gelöst werden konnten – oder
  4. sich einfach an das letzte Lehrverhältnis zu erinnern.

Dieses Design ermöglichte es, Unterschiede zwischen unproblematischen, problematisch-gelösten und problematisch-ungelösten Lehrverläufen zu analysieren. Zudem konnte mit der letzten Einstiegsfrage eine Einschätzung der Häufigkeit von unterschiedlichen Lehrverläufen vorgenommen werden.

Resultate der Befragung

Insgesamt war ein Drittel aller Lernenden während der Lehre irgendwann wegen eines psychischen Problems in Behandlung.

Psychische Auffälligkeiten ernstnehmen. Befragt nach der oder dem letzten Lernenden berichteten die Befragten, dass 41 Prozent der Fälle unproblematisch verlaufen sind, 33 Prozent problematisch-gelöst verliefen und 26 Prozent problematisch-ungelöst. Das heisst, bei der Mehrheit der Lernenden wurden Probleme wahrgenommen. Man darf nicht davon ausgehen, dass all diese Lernenden eine psychische Störung haben; in einer Ausbildung und auch später bei der Arbeit darf es zu Problemen kommen. Dennoch sollte dieses Resultat ernst genommen werden, denn die problematischen Verläufe unterscheiden sich deutlich von den unproblematischen. Zudem waren bei den problematisch-gelösten Verläufen rund 40 Prozent in psychiatrisch-psychologischer Behandlung und bei den problematisch-ungelösten Verläufen 45 Prozent. Insgesamt war ein Drittel aller Lernenden während der Lehre irgendwann wegen eines psychischen Problems in Behandlung; bei 20 Prozent der Lernenden, war nicht bekannt, ob sie in einer Behandlung waren.

Viele Problemsituationen werden gelöst. Lehrabbrüche bleiben die Minderheit: Bei den problematisch-gelösten Verläufen werden 12 Prozent abgebrochen, bei den ungelösten Verläufen sind es 35 Prozent, bei den unproblematischen Verläufen kommt es praktisch nie zu einem Abbruch. Das bedeutet, dass Lehrabbrüche nicht einfach generell als unproblematisch (Beruf hat nicht gepasst etc.) wahrgenommen werden dürfen. Auf der anderen Seite ist festzuhalten, dass es auch bei den problematischen Lehrverläufen meistens zu einem regulären Lehrabschluss kommt. Dies zeigt sicher auch das Engagement der Beteiligten. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie gut die Arbeitsmarktchancen dieser Jugendlichen sein werden, wenn sie nach der Lehre nicht mehr so intensiv unterstützt werden oder die Toleranz im regulären Anstellungsverhältnis abnimmt.

Wie mit Problemen umgegangen wird ist entscheidend. Dabei ist es besonders interessant zu schauen, wie es Lernenden gelungen ist, trotz psychischen Problemen in der Lehre gute Lösungen zu finden. Solche Verläufe können den Jugendlichen helfen, auch künftig im Arbeitsmarkt mit Herausforderungen produktiv umzugehen.

Abbildung 1: Problembewältigung nach Lehrverlauf

Das Verhalten der Lernenden, die trotz psychischer Probleme im Lehrverlauf gute Lösungen finden, zeichnet sich durch folgende Merkmale aus (Abbildung 1):

  • sie nehmen ihr Problem eher wahr und legen dieses eher offen,
  • sie bleiben bei Absenzen im Kontakt mit dem Lehrbetrieb,
  • sie kommen auch zur Arbeit, wenn es nicht so gut geht,
  • sie halten sich an Abmachungen und
  • sie bleiben aktiv und lösungsorientiert.

Männliche Lernende zeigen mehr Auffälligkeiten und einen passiveren Bewältigungsstil. Bei den Arbeitsproblemen wie auch im Umgang mit diesen gibt es deutliche Geschlechterunterschiede: Männliche Jugendliche zeigen fast in allen Bereichen stärkere Defizite, sind eher passiv und konsumieren tendenziell öfter in einem schädlichen Mass Suchtmittel (Alkohol/Cannabis/Gamen oder anderes). Weibliche Lernende legen Probleme häufiger offen, halten sich an Abmachungen, kommen trotz schlechtem Befinden zur Arbeit und sind öfter aktiv um Lösungen bemüht. Zudem begeben sich die weiblichen Lernenden häufiger in Behandlung. Häufigere Defizite zeigen sich bei ihnen lediglich in den Bereichen Durchsetzungsvermögen («nein» sagen, sich wehren), Selbstvertrauen (grosse Angst, Fehler zu machen) und Stimmung (häufigere Stimmungsschwankungen).

Auch Merkmale des Lehrbetriebes können das Risiko für einen problematischen Lehrverlauf erhöhen; zu nennen sind vor allem ein Mangel an sinnvollen Arbeiten und ein Mangel an Verständnis gegenüber den persönlichen Problemen der Lernenden.

Risikofaktoren für einen problematischen Lehrverlauf. Es zeigt sich eine Reihe von persönlichen, sozialen, funktionellen und betrieblichen Faktoren, die den Lehrverlauf beeinflussen. Lernende, die psychosozial belastet sind, wenig Unterstützung durch die Familie erfahren, keine guten Freundinnen oder Freunde haben, ein Suchtproblem aufweisen und ihre Freizeit passiv verbringen haben ein höheres Risiko, in der Lehre Probleme zu bekommen. Je mehr Funktionseinschränkungen Lernende zudem aufweisen, desto höher ist das Risiko für einen schwierigen Verlauf. Gemeint sind damit Defizite insbesondere in den folgenden Bereichen: Regeln einhalten, Integration ins Team, Stimmungsschwankungen und Konzentration. Auch Merkmale des Lehrbetriebes können das Risiko für einen problematischen Lehrverlauf erhöhen; zu nennen sind vor allem ein Mangel an sinnvollen Arbeiten und ein Mangel an Verständnis gegenüber den persönlichen Problemen der Lernenden.

Berufsbildende sind engagiert, aber bei psychischen Problemen unsicher. Berufsbildende fühlen sich in vielen Bereichen ihrer Tätigkeit sicher, zum Beispiel im Umgang mit Demotivation oder Leistungsproblemen der Lernenden. Bei psychischen Problemen und Suchtphänomenen fühlt sich die Mehrheit jedoch unsicher. Diese Unsicherheiten nehmen mit zunehmender Berufserfahrung ab; aber auch fast die Hälfte der sehr erfahrenen Berufsbildenden fühlt sich im Umgang mit den genannten Problemen unsicher. Hinzu kommt, dass Berufsbildende zwar engagiert und unterstützend handeln, bei anhaltenden Problemen aber entweder gar nicht oder sehr spät professionelle Hilfe beiziehen.

Auch im Kontakt mit Dritten herrscht Unsicherheit vor. Zu spezialisierten Hilfen wie psychiatrischen Diensten oder IV-Stellen besteht selten oder fast nie Kontakt. So wurden Lernende in weniger als drei Prozent der Fälle bei der IV-Stelle gemeldet. Gleichzeitig gibt rund die Hälfte der Berufsbildenden an, dass sie sich fachliche Hilfe gewünscht hätte: mehr Informationen zum Zustand der Lernenden, einen Austausch mit dem Psychiater oder der Psychotherapeutin oder mit einer externen Beratungsstelle oder mehr Fachwissen durch Kurse.

Wenig Unterstützung für die Berufsbildenden. Spezialisierte Stellen werden aber nicht nur selten kontaktiert; sie sehen sich auch nicht in der Verantwortung, die Berufsbildenden proaktiv zu unterstützen. Zwar sind rund 45 Prozent der Lernenden mit Problemen in einer Behandlung, aber nur in 17 Prozent der Fälle kommt es zu einem Kontakt zwischen der Therapeutin oder dem Therapeuten und dem Lehrbetrieb. Vielleicht aufgrund von Hemmungen: Es soll verhindert werden, dass Lernende vorschnell oder unnötig «pathologisiert» werden, so der Tenor. Dies führt dazu, dass Berufsbildende allein gelassen werden oder alleine bleiben und die Chance verpasst wird, die jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihre psychische Problematik früh und gezielt anzugehen.

Schlussfolgerungen

Wichtiger als die grosse Häufigkeit von psychisch bedingten Auffälligkeiten bei Lernenden scheint uns die Frage, wie alle Beteiligten solche Situationen gemeinsam bewältigen. Psychische Störungen und Probleme sind generell sehr häufig; den meisten Betroffenen gelingt es aber trotzdem, eine Ausbildung zu absolvieren und sich im Arbeitsmarkt gut zu etablieren. Das Ziel ist also nicht, psychische Probleme zu verhindern, sondern zu lernen, damit möglichst gut umzugehen.

Hier gibt die Befragung Hinweise auf ein produktives Verhalten von Lernenden: Diese

  • nehmen ihr Problem eher wahr und legen dieses eher offen,
  • bleiben bei Absenzen im Kontakt mit dem Lehrbetrieb,
  • kommen auch zur Arbeit, wenn es nicht so gut geht,
  • halten sich an Abmachungen und
  • bleiben aktiv und lösungsorientiert.

Berufsbildende ihrerseits sollten die Probleme früh ansprechen und rascher professionelle Unterstützung beiziehen, wenn sich die Situation nicht verbessert.

Berufsbildende ihrerseits sollten die Probleme früh ansprechen und rascher professionelle Unterstützung beiziehen, wenn sich die Situation nicht verbessert. Behandelnde Ärztinnen und Psychotherapeuten sollten proaktiv (natürlich in Absprache mit den Klienten und Klientinnen) den Kontakt zu den Berufsbildenden suchen, Unterstützung anbieten und geeignet informieren.

Besonders wichtig scheint uns, dass psychische Probleme bei Lernenden von allen Seiten genauso ernst genommen werden wie dies bei Erwachsenen der Fall ist. Das heisst unter anderem, dass es auch bei den Jungen zu einem geeigneten Austausch mit spezialisierten Hilfen kommt. Die an sich gute Idee, Junge nicht «pathologisieren» zu wollen, stösst dort an Grenzen, wo eben ein Leiden, eine Erkrankung oder Behandlung oder ein erhebliches Arbeitsmarktrisiko schon vorhanden sind. Das Problem ist normalerweise noch nicht dadurch gelöst, dass Lernende in einer Behandlung sind. Vielmehr braucht es psychologisch-psychiatrische Unterstützung mit dem Fokus auf die Ausbildungs- respektive Arbeitssituation für Berufsbildende und Lehrbetriebe – in Aus- und Fortbildung der Berufsbildenden wie auch durch Zugang zu niederschwelligen Beratungs- und Coachingangeboten in Problemsituationen.

[1] Der vollständige Studienbericht ist im Internet abrufbar. Die Studie wurde konzipiert und durchgeführt mit folgenden Partnern: Gesundheitsdepartement BS (Abteilung Prävention), Erziehungsdepartement (Abteilung Mittelschulen und Berufsbildung), Arbeitgeberverband Basel, Gewerbeverband BS und Stiftung Rheinleben). Die finanzielle Unterstützung verdanken wir der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, dem Gesundheitsdepartement BS und privaten Stiftungen: ALU-Stiftung GmbH, Sophie und Karl Binding Stiftung, Koechlin-Vischer Stiftung, Stiftung für Hilfeleistungen an Arbeitnehmende.

Literatur

  • Bundesamt für Statistik (2021). Lehrvertragsauflösung, Wiedereinstieg, Zertifikationsstatus. Resultate zur dualen beruflichen Grundbildung (EBA und EFZ), Neuchâtel. Bundesamt für Statistik.
  • Bundesamt für Sozialversicherungen (2022). IV-Statistik. Bern.
  • Kessler, R.C., et al. (2005). Lifetime Prevalence and Age-of-Onset Distributions of DSM-IV Disorders in the National Comorbidity Survey Replication. Archives of General Psychiatry, 62, 593-602.
  • Richter, D. (2020). Die vermeintliche Zunahme psychischer Erkrankungen – Gesellschaftlicher Wandel und psychische Gesundheit. Psychiatrische Praxis, 47(07), 349–351.
Zitiervorschlag

Niklas Baer, Barbara Schmocker & Tanja Kuhn, 2022: Wie soll man mit psychisch belasteten Lernenden umgehen?: Befragung von Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern in der Deutschschweiz. Transfer, Berufsbildung in Forschung und Praxis (1/2023), SGAB, Schweizerische Gesellschaft für angewandte Berufsbildungsforschung.

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